Hilfe, ich bin Honorarberater und keiner kommt!

Eines ist ganz sicher, der echte Honorarberater hat Mut. Und dieser Mut ist aller Ehren wert. Denn, wer ein System und seine Schwächen erkennt und nicht nur darüber tagein, tagaus klagt, sondern sich aufmacht, einen besseren Weg zu Gunsten seiner Kunden zu gehen, der hebt sich von der Lemmingherde der Produktfolger deutlich ab.

Produktfolger, das waren und sind mehrere Hunderttausend Vermittler und Bankberater, die auf Zuruf heute dies und morgen das verkaufen. Gnadenlos,ohne Rücksicht auf Verluste. "Die Gesellschaft ist ohnehin schon so verroht, da muss ich nicht aus der Reihe tanzen und den Kümmerer geben."

Wer diesen Standpunkt eines guten Tages nicht mehr zu teilen vermag, hat nur die Alternative, den Finanzvertrieb zu verlassen oder eine radikale Kehrtwendung zu machen. Letzteres erfordert wirtschaftliche, fachliche und unternehmerische Ressourcen. Diese sind nicht jedem gegeben.

Wer das Schild "Pfefferminzia" einfach austauscht gegen das Schild "Honorarberatung" demonstriert nur seinen guten Willen. Mehr nicht! Verkaufen muss man sich schon können. Wohl gemerkt sich, nicht die fünfzehnte Auflage einer zum fünfzehnten mal renovierten Fondspolice.

 

Es gibt durchaus einen Frust bei Anfängern in der Honorarberatung, der ausschließlichauf Naivität beruht.Denn beim Start ist alles so wie früher. Niemand hat auf einen gewartet. Wieder muss man laut "Halllo" rufen. "Hallo,seht ihr mich nicht? Hier komme ich, dererste Honorarberater in Quakenbüttel.Ich mache die einzige Art der Finanzberatung, die von Finanztest und sogar von Verbraucherschützern jemals geadelt wurde. Ich bin jetzt ein Guter!"

Tja, und dann geht alles wieder vonvorne los. Erklären, warum - zeigen, wie- und vor allem, einen Bombeneindruck hinterlassen. Hinzu kommt die Überwindung der alten Reflexe."Die sind jetzt soweit, dass ich denen eine 200.000er aufs Auge drücken könnte und noch eine Ausbildungsversicherung dazu, und, und, und.... Aber Mist, es geht ja um das Gesamtkonzept und nicht um verbrannte Erde.

Langfristige Vorsorge heißt ja mein Thema, Betreuung des Kunden, ehrliche Beratung ohne die nervösen Rippenstöße durch die Zeichnungsscheine in meiner Tasche. Ganz entspannte Beratung also, mit Weitblick ohne Abschlussfieber. Leicht gesagt, nicht ganz so leicht getan. Kurzum: Honorarberater zu sein, ist eine Garantie für nix. Die Botschaft muss in Quakenbüttel verkündet werden. Mühsam, in Einzelgesprächen, in Bürgerversammlungen, beim Kaffeekränzchen. Wenn dann getuschelt wird: "Ihm ist die Pfefferminzia nicht gelungen, drum macht er jetzt in Honorarberatungen,"dann muss man stark bleiben in Quakenbüttel, sehr stark. Die Mehrheit der Verbraucher hat leider den Provisionsvertrieb bis heute nicht verstanden, da wird man auch mit der Honorarberatung noch ein paar Tage brauchen.

Egal: Ich schließe mich einfach den erfahrenen Jungs aus der Bibelstunde, die mit dimensionalen Indexfonds und Fakt(or)en, an. Dann läuft das Geschäft von ganz alleine. Jetzt hab ich ja endlich wieder ein Produkt mit Fakt(or)en aus der Wissenschaft und mache das was ich kann. Storytelling, Fashion Business und Hokus-Pokus. Und wenn ich das Ganze dann auch noch steueroptmiert mit dem Fondspolicenkonzept von HOKOSPOKOS GmbH mit dem Wunder-Kosten-Optimierungs-Rechner bieten kann, was soll dann noch passieren? Der Rechner verkauft mein Honorar und ersetzt mein fehlendes Know-how.

Hilfe, jetzt bin ich Honorarvermittler und keiner kommt!

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