Eigenverantwortung gefragt: Selbstständige und Ihre Altersvorsorge

Angestellte und deren Arbeitgeber zahlen über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg Beiträge in die Rentenversicherung ein – gesetzlich vorgeschrieben. Diese können eine Größenordnung von 300 – 400 TEUR erreichen. Der Selbstständige unterliegt dieser Pflicht nicht und muss sich in Eigenverantwortung darum kümmern. Oft wird das Thema Vorsorge daher bei der Betriebsführung vernachlässigt und erst wenn nicht mehr vermeidbar angegangen. Allerdings sind dann die Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt bzw. Überraschungen vorprogrammiert. Das muss nicht sein, wenn der Selbstständige sich über drei Punkte im Klaren ist.

Angestellte und deren Arbeitgeber zahlen über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg Beiträge in die Rentenversicherung ein – gesetzlich vorgeschrieben. Diese können eine Größenordnung von 300 – 400 TEUR erreichen. Der Selbstständige unterliegt dieser Pflicht nicht und muss sich in Eigenverantwortung darum kümmern. Oft wird das Thema Vorsorge daher bei der Betriebsführung vernachlässigt und erst wenn nicht mehr vermeidbar angegangen. Allerdings sind dann die Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt bzw. Überraschungen vorprogrammiert. Das muss nicht sein, wenn der Selbstständige sich über drei Punkte im Klaren ist.

Erwirtschaftet der Betrieb die für meine Vorsorge notwendigen Mittel?
Eine betriebswirtschaftliche Kalkulation und Erfolgsrechnung ist notwendig für die Betriebsführung.  Hierfür ist es unabdingbar, dass die internen Kosten vollständig und verlässlich integriert werden. Die Kosten für die Altersvorsorge sind dabei genauso zu behandeln, wie die Miete für ein Büro. Der aktuelle Höchstsatz in der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt rund 13 TEUR pro Jahr. Nehmen wir an, dass ein Selbstständiger nur seine Arbeitsstunden anbietet und 50 % seiner Zeit in Rechnung stellen kann. Dann muss er seinen Stundensatz um 15 EUR je Stunde höher ansetzen, um einen Betrag analog zur gesetzlichen Rentenversicherung zu erwirtschaften.

Wo findet der Aufbau meiner Altersvorsorge statt?
Diese findet entweder innerhalb oder außerhalb des Betriebes statt. Innerhalb des Betriebes bedeutet, dass der für die Altersvorsorge verdiente Überschuss über Investitionen  das Betriebsvermögen erhöht. Dieser Ansatz ist sehr verbreitet, da Betriebsinvestitionen den Gewinn und damit die Steuerlast reduzieren.  Außerhalb des Betriebes gibt es eine Vielfalt von Möglichkeiten zur Altersvorsorge und die Schwierigkeit ist hier, den Wald vor lauter Bäumen noch zu sehen. Die gängigen Lösungen außerhalb des Betriebes sind:

  • Rentenversicherungen mit und ohne steuerliche Förderung: Beitragszahlung heute  und Rentenzahlung später

  • Kapitalanlagen:  Investitionen, die in der Rentenphase Erträge generieren oder bei Bedarf verkauft werden können , z.B.

    • Festgeld, Investmentfonds, Edelmetalle, Aktien, Anleihen, …

    • Immobilien

    • Energetische Sanierungen

    • Photovoltaikanlagen

Hier gibt es nicht die eine richtige Lösung. Risikoneigung und die eigene Lebensplanung sind wichtige Faktoren, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden müssen.

Ist die Altersvorsorge ausreichend?
Im ersten Schritt muss man sich hier natürlich die Frage beantworten können: Was heißt ausreichend? Welcher verfügbare monatliche Betrag ist ab welchem Alter ausreichend? Hierzu ist es sinnvoll seine privaten Lebenshaltungskosten von heute zu betrachten und für die Ruhephase anzupassen.

Im zweiten Schritt muss die vorhandene Altersvorsorge bewertet und in die Ruhephase prognostiziert werden. Die Berücksichtigung des Betriebes beeinflusst das Ergebnis massiv, da hier der Großteil des Vermögens gebunden sein kann. Möglichkeiten sind:

  • Betriebsübernahme innerhalb der Familie

  • Einsetzen eines Geschäftsführers

  • Veräußerung des Betriebes an Dritte zur Weiterführung

  • Betriebsschließung bzw. Teilveräußerung

  • Vermietung Infrastruktur

  • Usw.

Bei allen aufgeführten Möglichkeiten wird deutlich, dass eine frühzeitige Beschäftigung mit den Themen für eine sinnvolle Abwägung und Vorbereitung notwendig ist. Erst wenn Bedarf und Vorsorge transparent gegenüberstehen dann lässt sich die Frage nach der ausreichenden Vorsorge beantworten.

Altersvorsorge im Allgemeinen und insbesondere für Selbstständige ist ein komplexes Thema. Je früher man sich hierzu Gedanken macht, desto eher lassen sich unliebsame Überraschungen vermeiden. Unabhängiger und kompetenter Rat ist notwendig, um bei seiner Altersvorsorge wieder ein gutes Gefühl haben zu können.


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