Smart-Beta ETFs

Beim Durchblättern der Financial Times oder des Bloomberg Markets Magazins stößt man immer wieder auf Artikel über Smart Beta. Als eines der wachstumsstärksten Segmente in der Finanzbranche macht Smart Beta derzeit im Bereich Investmentmanagement von sich reden. Aber ist Smart Beta einfach nur ein weiteres Modewort oder eine Marketing-Erfindung?

Smart-Beta ETFs versuchen das Beste aus der passiven und der aktiven Wertpapierwelt zu vereinen um dadurch höhere Renditen bei gleichzeitig besseren Sicherheiten zu gewährleisten. 

Ziel ist es, den Markt so gut wie möglich abzubilden. Hierbei werden verschiedene Faktoren stärker/ schwächer gewichtet um zum erwarteten Ergebnis zu kommen.

Bei klassischen ETFs wird der Markt 1:1 wiedergegeben. Ist das Unternehmen A bspw. 5 Prozent des Marktwertes aller Unternehmen im Index wert, dann wird die Aktie mit 5% im Index gewichtet. Dies ist ein relativ einfacher Ansatz, der vor allem durch das passive Management vor allem durch seine Kostenersparnis mehr Rendite erwirtschaften kann.

Smart-Beta ETFs setzen hier an und versuchen die Gewichtung der einzelnen Unternehmen zu verändern. Hierzu werden einzelne Faktoren bestimmt.

Der unserer Meinung nach interessanteste Faktor ist der sog. „low volatility“ Ansatz. In dieser Strategie werden Unternehmen, die nachweislich über die letzten Jahre eine niedrige Volatilität - und damit eine erhöhte Sicherheit - bieten, höher gewichtet. 

Hat das Unternehmen A eine hohe Volatilität, kann man diese Aktie statt mit bisher 5%, weniger stark gewichten oder Sie sogar komplett aus dem ETF streichen. 

Neben low volatility ETFs gibt es noch folgende Faktoren:

Value: Hier investiert man überwiegend in günstige Unternehmen, die auf den ersten Blick nicht als besonders Wachstumsstark gelten, aber durch die niedrigen Kurse trotzdem ertragreich sein können.

Small Cap: Sind kleinere, riskantere Firmen, bei denen Anleger als Risikoausgleich eine Prämie bekommen. Hierbei handelt es sich oft um relativ junge Unternehmen, deren Zukunft man nicht genau vorhersagen kann. 

Qualität: Der Fokus liegt auf Firmen, die ihr Kapital effizient nutzen und sich vor allem durch Investitionen in Forschung und Entwicklung in eine aussichtsreiche Position bringen. Die Firmen haben dadurch zwar erhöhte Ausgaben und erscheinen daher im Vergleich zu kostensparenden Konkurrenten schlechter, jedoch sind die Zukunftsaussichten um einiges besser.

Momentum: Die einzelnen Aktien werden nur in einem max. 12 Monats-Zeitraum analysiert und bewertet. Gibt es einen Aufwärtstrend wird weiter investiert, bei fallenden Kursen steigt man aus. Man muss als Privatanleger daher nicht jeden Tag die Kurse verfolgen, da der ETF sich selbst reguliert.

Betrachtet man die verschiedenen Smart-Beta ETFs über die letzten Jahre, sieht man eine teilweise recht deutlich bessere Performance als bei normalen Indexfonds, wodurch diese Anlagestrategie für jeden Börsianer sehr interessant sein kann!


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