Bundesrat bezieht Stellung zur Honorarberatung und fordert klare gesetzliche Regelung

Das was der Verbund Deutscher Honorarberater seit vielen Jahren fordert, scheint schon bald Realität zu werden. Ein Verbot von verbraucherfeindlichen, intransparenten Mischformen aus Provisionen und Honoraren, sowie eine klare gesetzliche Regelung der Honorarberatung.

Honorarberater VDH werden von Regulierungen profitieren - Mischmodellen droht das Aus

Am 27.05.2011 fand in Berlin die Sitzung des Bundesrates zum Entwurf eines Gesetzes zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler-und Vermögensanlagenrechts statt.

Der Bundesrat sprach sich in der Sitzung mit großer Mehrheit für einen Antrag der Hessischen Landesregierung aus, die Honorarberatung rasch gesetzlich zu verankern. Für Dienstleister von Mischmodellen dürfte aufgrund der zu erwartenden Rahmenbedingungen die Luft immer dünner werden.

Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, zeitnah einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Honorarberatung als Alternativezur provisionsgeleiteten Vermittlung auf eine tragfähige rechtliche Grundlage stellt. Wesentliche Eckpunkte des Entwurfs sollten sein:

  • eine gesetzliche Definition des Berufsbildes,

  • Bezeichnungsschutz für den Begriff "Berater",

  • die Pflicht zur umfassenden Information und Aufklärung über den Status und die Vergütung,

  • eine Abgrenzung der Finanzberatung von der Finanzvermittlung,

  • ein produktübergreifendes Verbot von Mischformen,

  • die Möglichkeit der Honorarberatung ohne Provision auch im Wertpapiergeschäft.

Offenbar tragen auch die Bemühungen des VDH eine Ausnahme im KWG für Honorarberater zu schaffen Früchte, die Entwicklung bleibt jedoch abzuwarten.

Für jeden, der sich seit Beginn der Qualitätsoffensive Verbraucherfinanzen seriös mit dem Thema beschäftigt hat, wird nun deutlich, dass die Forderungen des VDH zu großen Teilen Realität werden könnten.

Zur Begründung seiner Empfehlung führt der Bundesrat aus:

Die ursprünglich geplante Regelung der Honorarberatung ist nicht Bestandteil des vorliegenden Gesetzesentwurfs. Honorarberatung ist eine sinnvolle Alternative zu der in Deutschland verbreiteten provisionsbasierten Finanzvermittlung. Provisionen können ursächlich dafür sein, dass sich die Finanzberatung statt an den Bedürfnissen der Kunden primär am Einkommensinteresse der Berater oder den Gewinnzielen der Banken ausrichtet. Wenn keine vollständige Transparenz über die Finanzierung der Finanzberatung vorhanden ist, können Verbraucher jedoch nicht erkennen, welche Anreize und Fehlanreize von Provisionen ausgehen und damit diese Informationen nicht in die Auswahl ihrer Berater und der Produkte einfließen lassen. Doch selbst wenn die Höhe der Provisionen umfassend offen gelegt wird, ist noch nicht gewährleistet, dass sich die Empfehlungen der Anlagevermittler tatsächlich an den Zielen der Kunden orientieren. Die Honorarberatung soll deshalb mit den vorgeschlagenen Regelungen gestärkt werden.

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