Am Aktienmarkt donnern die Kanonen. Sind dies schon Einstiegskurse?

Nach monatelangem Auf und Ab knackte der DAX® im Juni erstmals die psychologisch wichtige 10.000-Punkte-Marke. Ab Mitte Juli begann der Markt dann zu bröckeln. In den letzten Tagen nahmen dann die Bären das Ruder in die Hand und schickten die Kurse auf Talfahrt. Ein guter Einstiegszeitpunkt? Der "Honorarberater u Vermögensverwalter GALIPLAN" bleibt skeptisch und sieht gute Gründe mit neuen Aktienengagements noch abzuwarten.

Noch im Juli gab unsere „Börsen-Ampel“ grünes Licht und prognostizierte gute Aussichten für Aktien.

Noch im Juli gab unsere „Börsen-Ampel“ grünes Licht und prognostizierte gute Aussichten für Aktien. Anfang August springt die Ampel auf Rot. Eine Kehrtwende um 180 Grad innerhalb von vier Wochen.

Gründe für den Umschwung des Marktes können wir viele finden. Zum einen sind es die Unternehmen selbst, die mit mäßigen Geschäftszahlen die Anleger verstimmen. In Deutschland überrascht der Sportartikelhersteller Adidas mit einer Gewinnwarnung, die Kurse der Aktie um mehr als 10% einbrechen lässt. In den USA reagieren die Investoren verschnupft auf die mäßigen Ergebnisse des Onlinehändlers Amazon. Auch die gescheiterten Verhandlungen von Argentinien mit den Hedgefonds über die ausstehenden Verbindlichkeiten könnten zur schlechten Börsenstimmung beigetragen haben. Nach Ansicht einiger Volkswirte könnte das Absinken der Inflationsrate auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren deflationäre Tendenzen bewirken. Aus Geopolitischer Sicht, belasten die Krisen in der Ukraine und in Israel, die trotz internationaler Interventionen kaum unter Kontrolle zu bringen sind.

Welche Auswirkungen die Krisen in Israel und der Ukraine auf die Weltwirtschaft haben, wagt sich kaum einer vorherzusagen. Ob es am Ende eher politische oder wirtschaftliche Faktoren sind, die die Börsen derzeit belasten, können wir nicht verlässlich bestimmen. In dieser Frage bieten auch die internationalen Medien keine verlässlichen Fakten. Noch am 29.07. schrieb Bloomberg: „Die Börsen in Europa haben am Dienstag vom positiven Fortgang der Berichtssaison in den USA profitiert“. Einen Tag später war bei Dow Jones Newswire zu lesen: „Märkte Europa: Enttäuschende Berichtssaison belastet“. Wenn schon seriöse Wirtschaftsdienste derart widersprüchlich berichten, worauf soll dann sich der Privatanleger verlassen?

Soll man es wie André Kostolany machen. Der Börsenaltmeister empfahl zu kaufen, wenn die Kanonen donnern. Dabei meine er den mutigen Einstig in Aktien in Phasen des Ausverkauf und große Unsicherheit an der Börsen. Wäre jetzt so ein Zeitpunkt? Sicher, der DAX hat in sehr kurzer Zeit nun fast 10% seines Wertes verloren. Aber reicht das? Aus unserer Sicht sollte man gerade jetzt ein Blick auf die Stimmungsindikatoren werfen. Die von uns untersuchten Stimmungsindikatoren zeigen noch eine hauchdünne positive Grundstimmung an. Jedoch wirkt sich der schnelle und deutliche Rückgang der Stimmungsindikatoren sehr belastend aus. Die dynamische Veränderung der Stimmung ist, neben der Eintrübung des technischen Marktbildes, der Hauptgrund, dass unsere Börsenampel auf Rot steht. Das Risiko in dieser stark von Emotionen geprägten Zeit ist noch zu hoch, weshalb wir empfehlen, mit dem Einstieg abzuwarten. Solange die Nachrichtenlage noch so kompliziert erscheint, regiert die Angst. Angst kann die Kurse noch weiter nach unten treiben und zukünftig für günstigere Einstiegskurse sorgen.

Hinweis:

Mit ihrer Börsenampel prognostiziert die GALIPLAN Financial Strategies GmbH die zukünftige Entwicklung an den Kapitalmärkten. Dazu werden mehr als 30 verschiedene Indikatoren aus den Bereichen Ökonomie, Börsendaten und Sentiment, also der Anlegerstimmung, ausgewertet.  Für die Einschätzung der verschiedenen Indikatoren ist nicht nur der absolute Wert des Indikators, sondern auch die Dynamik und Richtung der Veränderung relevant. Aus der Summe aller Bewertungen ermittelt GALIPLAN jeweils zu Beginn eines Monats das Gesamtklima für den Aktienmarkt, leitet daraus eine Prognose ab und stellt diese in der vereinfachten Form der Ampelphasen rot, gelb und grün zur Verfügung. Insbesondere bei sich anbahnenden größeren Verlustphasen, wie 2008 und 2011 oder zuletzt im März 2014, hat die Börsenampel rechtzeitig gewarnt. Den Stand der Börsen-Ampel und die Entwicklung eines Modellportfolios können börsentäglich unter www.boersen-ampel.de verfolgt werden.


    • TEILEN AUF