Vergütungsmodelle von Honorarberatern

Die Diskussion der verschiedenen Vergütungsmodelle für Finanzberatung/Vermittlung ist häufig davon bestimmt, ein Honorar für die Beratung mit der entgangenen Provision einer Vermittlung zu vergleichen. Dieser Vergleich geht von der Annahme aus, ein Honorarberater macht das Gleiche wie ein aus dem Produkt vergüteter Vermittler. Es handelt sich bei dem Beruf des Honorarberaters jedoch um eine andere Kerndienstleistung.

Diagnose und Produkt

Der Finanzmakler berät mit dem Ziel einer Produktvermittlung – er kümmert sich um die Ergebnisse der Diagnose. Der Honorarberater ist völlig unabhängig von der Vermittlung eines Produktes – er stellt die Diagnose. Die Vergütung erfolgt ausschließlich für die Zeit und das Knowhow. In der öffentlichen Wahrnehmung kursiert im Zusammenhang mit der Vergütung des Honorarberaters zudem häufig die Annahme, die Vergütung erfolge ausschließlich mit Stundensätzen. Die Fakten sehen anders aus.

Vergütungsmodelle sind

  • Stundensatz
  • Pauschalen
  • Betreuungshonorar

 

Stundensatz

Die Vergütung durch einen Stundensatz ist ein ehrliches und von Produktvermittlung unabhängiges Modell der Bepreisung der Beratungsleistung. Die Vorteile für den Berater liegen in der exakten Kalkulation seiner Leistung. Jeder Arbeitsschritt und Aufwand wird festgehalten und in Rechnung gestellt. Genau hier liegt aber auch das Problem dieses Modells. Der Mandant ist häufig nicht in der Lage die einzelne Leistung nachzuvollziehen. Das stellt den Mandanten stetig vor eine Vertrauensfrage, die auf Dauer die Berater – Mandanten – Beziehung belastet. Für den Berater bedeutet dieses Modell einen kaufmännischen Zusatzaufwand, denn jeder Schritt ist festzuhalten und zu dokumentieren, um in Rechnung gestellt werden zu können. Das Stundensatz-Honorar eignet sich insbesondere für einmalige Aufträge ohne weitere Nachbetreuung, z.B. der Überprüfung einer Immobilienbeteiligung oder für eine Zweitmeinung zu bestimmten Anlagen und Versicherungen.

Pauschalhonorare

Die Berechnung erfolgt übe alle Prozesse (Erstberatung, Begeleitung bei der Umsetzung, Betreuung) hinweg mittels eines vorab kalkulierten Pauschal-Honorars. Es zeichnet sich durch absolute Transparenz und Nachvollziehbarkeit aus. Zudem finden keine laufenden, für jede Tätigkeit erneut erforderlichen Honorarverhandlungen statt. Für die Erstberatung wird ein einmaliges Honorar in Rechnung gestellt. Alle folgenden Leistungen, wie Umsetzung und Betreuung werden durch feste Sätze und mit einem Grundhonorar abgedeckt. Alle anfallenden Provisionen z.B. bei Wertpapiergeschäften werden offen gelegt und ungemindert erstattet. Versicherungslösungen werden ausschließlich durch Honorartarife abgedeckt. 

Betreuungshonorare / lfd. Begleitung

Das Betreuungshonorar fokussiert sich auf die laufende Betreuung der Vermögenssituation. Dieses Modell eignet sich im Besonderen für die Betreuung großer Vermö- gen oder von Unternehmen. Der Berater fungiert als „Administrator“ und koordiniert die gesamte Abwicklung. Er überwacht und berät bei Notwendigkeit, z.B. bei Marktgeschehnissen oder Änderung steuerlicher oder rechtlicher Rahmenbedingungen. Die Anforderungen an den Berater sind auf hohem Niveau – er braucht die Akzeptanz und das Vertrauen, sowohl bei seinem Mandanten, als auch bei allen weiteren Beratern (z.B. Steuerberater) des Mandanten. Die Kalkulation richtet sich in der Regel an die betreuten Volumen und den Umfang der Betreuungstätigkeit.


Wie kalkuliere ich mein Honorar?

Für die Kalkulation des geeigneten Honorarmodells ist es von entscheidender Bedeutung die wirtschaftlichen Rahmendaten, wie beispielsweise sämtliche Kosten des Unternehmens genau zu kennen. Umso effizienter die Abläufe im Alltag sind, umso effektiver ist auch der Einsatz der eigenen Ressourcen. Grundpfeiler für diese Planung ist die Berechnung des erforderlichen Stundensatzes, unabhängig von gewählten Honorarmodell. 

In unserem Kompaktstudium Honorarberatung ermitteln wir detailliert die jeweiligen am besten passenden Honorarmodelle. Mit unserem kostenlosen Stundensatzrechner können Sie gleich hier die ersten Schritte unternehmen, um eine Kalkulationsgrundlage für ihr späteres Honorarmodell zu besitzen. 


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    Nächster Termin 14.12.2017, 09:30 Amberg